Petra Gerster appelliert an 1.700 Mitglieder

Mitgliederversammlung in Beverungen: Gute Zahlen und ein klares Bekenntnis zu den klassischen Medien

Auf dem Foto sind zu sehen (v. l.): Ansgar Käter, Vorstandsvorsitzender der VerbundVolksbank OWL, Norbert Meyer, Regionalleiter, Bankdirektor Rudolf Jäger, Michael Meier, Regionalleiter, Petra Gerster, Marktbereichsleiter Wilhelm Vössing und Bernd Seibert, Aufsichtsratsvorsitzender.

Beverungen. Wenige Tage vor dem Schützenfest in Beverungen hatte die Volksbank Höxter, Zweigniederlassung der VerbundVolksbank OWL eG, am 9. Juli zu ihrer Mitgliederversammlung eingeladen. Mit rund 1.700 Gästen im Festzelt „Am Hakel“ sei die Veranstaltung schon fast ein „Warm-up“ zum Schützenfest, betonte Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Seibert und bedankte sich beim Schützenverein Beverungen für das gute Miteinander: „Dass wir das Festzelt im Vorhinein wieder für unsere Mitgliederversammlung nutzen dürfen, ist für mich ein Beweis dafür, dass wir im Kreis Höxter gut vernetzt sind und zusammenstehen.“ Passend dazu spielte der Spielmannszug Würgassen für die Volksbank-Mitglieder auf.

Hubertus Grimm, Bürgermeister der Stadt Beverungen, dankte in seinem Grußwort der Volksbank Höxter für ihr Engagement in der Region. Sie sei „ein wichtiger Ansprechpartner für Kommunen und Investitionen im privaten und gewerblichen Sektor, ein starker Partner und unverzichtbarer Sponsor“.

Vorstandsvorsitzender Ansgar Käter berichtete über das Geschäftsjahr 2018 und die wirtschaftliche Entwicklung der VerbundVolksbank OWL. Er hob die Bedeutung aller fünf Zweigniederlassungen für das Wachstum der Gesamtbank vor. Besonders erfreulich sei, dass auch 2018 alle Regionen gewachsen. Den Kreis Höxter beschrieb Ansgar Käter als eine tragende Säule der VerbundVolksbank OWL. Mit über 1,5 Milliarden Euro entfielen per 31. Dezember 2018 17 Prozent des Kundenvolumens der Gesamtbank auf die Region Höxter. Auch für das laufende Jahr konnte Ansgar Käter bereits gute Zahlen präsentieren. „Per Ende Juni lagen die offenen Darlehnszusagen auf Gesamtbankebene deutlich oberhalb des Vorjahreswertes“, hob Ansgar Käter hervor. Die VerbundVolksbank OWL sei damit weiterhin auf einem klaren Wachstumskurs insbesondere im Kreditgeschäft. „Diese Entwicklung beweist: Wir sind und bleiben weiter ein verlässlicher Finanzierungspartner unserer Mitglieder und Kunden in OWL und auch im Kreis Höxter“, so Ansgar Käter.

Auch Rudolf Jäger, in der Geschäftsleitung der VerbundVolksbank OWL verantwortlich für die Region Höxter, dankte den Mitgliedern für ihr Vertrauen und versicherte: „Ihre Volksbank Höxter bleibt für Sie ein verlässlicher Partner in der Region – und das auch über das Bankgeschäft hinaus. Als genossenschaftliche Regionalbank bleibt für uns auch in Zukunft der persönliche Kontakt, das Gespräch von Mensch zu Mensch, von hoher Bedeutung.“ Dies werde bei aller Weiterentwicklung und Ergänzung der Kommunikationskanäle immer die Überzeugung und Ausrichtung der Volksbank sein. „Wir wollen persönlich und digital erster Ansprechpartner für unsere Mitglieder und Kunden sein“, sagte Rudolf Jäger.

Gast-Referentin des Abends war die Journalistin und Moderatorin der heute-Nachrichten im ZDF, Petra Gerster. Unter der Überschrift „Werden wir noch richtig informiert? Von der Guten- in die Zuckerberg-Galaxis“ hielt sie einen spannenden Vortrag über den aktuellen Zustand der Medien und ihre Glaubwürdigkeit in der Gesellschaft sowie die Veränderungen in der Medienlandschaft generell. „Die Epoche des Leitmediums Buch geht zu Ende“, erklärte Petra Gerster und betonte, dass man sich in einer „Zeitenwende“ befinde, einem „weltgeschichtlichen Umbruch“. „Durch das Internet ist Wissen demokratisiert worden.“ Heute könne jeder selbst seine Botschaft senden, ohne dass diese überprüft worden sei. Diese Möglichkeit bezeichnete Gerster als die „fünfte Gewalt“, machte allerdings auch deutlich, dass diese nur schwer zu fassen sei, da sie von Millionen von Einzelanwendern ausgeübt werden könne. Das Handy als zentrales Instrument dieser fünften Gewalt habe deshalb auch „Weltveränderungspotenzial“.

Besonders zu spüren bekommen diese Zeitenwende die traditionellen Medien. Während die Medienhäuser früher mit „Eimern voller Geld" überschüttet worden seien, werde dieses Geld mittlerweile von Internet-Konzernen wie Facebook und Google verdient. Durch den Wegfall von Werbeanzeigen fehle es in den Verlagen allerdings zunehmend an Geld für Personal – und damit auch für die Recherche. „Die Qualität leidet", sagte Gerster. „Wenn aber der kritische, seriöse Journalismus stirbt, stirbt auch die Demokratie."

Petra Gerster brach in ihrem Vortrag deshalb eine Lanze für die alten, klassischen Medien und die dazu gehörenden regionalen Tageszeitungen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Zudem forderte sie, dass das Internet nicht länger ein rechtsfreier Raum bleiben dürfe. Zudem brauche es mehr Bildung für Kinder und Jugendliche. Sie müssten lernen, Quellen zu misstrauen. „Auf Nachrichten in seriösen Medien ist Verlass, denn bei Zeitungen, Fernsehen und Co. arbeiten gut ausgebildete Menschen nach professionellen Regeln, die transparent sind. Hier werden Quellen überprüft, ob sie zuverlässig sind“, sagte Gerster und appellierte: „Die Verfasstheit der Medien geht jeden Bürger etwas an.“