Petra Gerster begeistert 1.400 Mitglieder

Volksbank-Versammlung im Schützenhof: Gute Zahlen und ein klares Bekenntnis zu den traditionellen Medien

Freuten sich gemeinsam mit ZDFNachrichtensprecherin Petra Gerster (m.) über einen gelungenen Mitgliederabend (v.l.): Regionalleiter Karsten Pohl, Regionalleiter Ralf Hils, Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Seibert, Vorstandsmitglied Karl-Heinz Rawert, Vorstandsvorsitzender Ansgar Käter, Regionalleiterin Sigrid Marxmeier, Regionalleiter Sebastian Schrader und Regionalleiter Lin Thiele.

Paderborn. Das Interesse war groß, die Zahlen überzeugend und die Gast-Referentin machte mit ihrem Vortrag nachdenklich: Rund 1.400 Gäste konnte die Volksbank Paderborn, Zweigniederlassung der VerbundVolksbank OWL eG, am 14. Mai bei ihrer Volksbank-Versammlung im Paderborner Schützenhof begrüßen.

Nach der offiziellen Begrüßung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Bernd Seibert bedankte sich zunächst der stellvertretende Bürgermeister der Domstadt, Dietrich Honervogt, für das Engagement der Volksbank. Vieles, so Honervogt, wäre ohne die Unterstützung der Volksbank, die jährlich rund 450.000 Euro an Spenden und Sponsoring für etwa 500 Vereine und Institutionen zur Verfügung stellt, nicht möglich. Wenn sich zudem heute OWL in Paderborn treffe, so Honervogt, so sei dies auch der VerbundVolksbank OWL zu verdanken.

Im Anschluss berichtete der Vorstandsvorsitzende Ansgar Käter über das Geschäftsjahr 2018 und die wirtschaftliche Entwicklung der VerbundVolksbank OWL. Dabei konnte Ansgar Käter auch bereits gute Zahlen für das aktuelle Geschäftsjahr vermelden. „Bis zum April betrugen die offenen Darlehnszusagen auf Gesamtbankebene bereits 287,4 Millionen Euro. Das bedeutet einen Zuwachs von 52 Prozent seit dem Jahresende und einen Zuwachs von 58 Prozent zum Vergleichszeitpunkt im vergangenen Jahr. Davon entfallen allein auf die Region Paderborn 184 Millionen Euro“, hob Ansgar Käter hervor. Die VerbundVolksbank OWL sei damit weiterhin auf einem klaren Wachstumskurs insbesondere im Kreditgeschäft. „Diese Entwicklung beweist: Wir sind und bleiben weiter ein verlässlicher Finanzierungspartner unserer Mitglieder und Kunden in OWL und gerade im Kreis Paderborn“, betonte Ansgar Käter.

Über die Besonderheiten der Volksbank Paderborn tauschte sich anschließend Vorstandsmitglied Karl-Heinz Rawert in lockerer Diskussionsrunde mit den Regionalleitern Sigrid Marxmeier, Lin Thiele, Karsten Pohl, Ralf Hils und Sebastian Schrader aus. Dabei ging es unter anderem um die erfolgreiche Umstellung des IT-Systems der Bank am ersten April-Wochenende, die Entwicklung auf den Kapitalmärkten, die Lage auf dem Immobilienmarkt in Paderborn, das soziale Engagement der Volksbank und die neue Crowdfunding-Plattform „Netzwerk Heimat OWL“.

Gast-Referentin des Abends war die Journalistin und Moderatorin der heute-Nachrichten im ZDF, Petra Gerster. Unter der Überschrift „Werden wir noch richtig informiert? Von der Guten- in die Zuckerberg-Galaxis“ hielt sie einen spannenden Vortrag über den aktuellen Zustand der Medien und ihre Glaubwürdigkeit in der Gesellschaft sowie die Veränderungen in der Medienlandschaft generell. „Die Epoche des Leitmediums Buch geht zu Ende“, erklärte Petra Gerster und betonte, dass man sich in einer „Zeitenwende“ befinde, einem „weltgeschichtlichen Umbruch“. „Durch das Internet ist Wissen demokratisiert worden.“ Heute könne jeder selbst seine Botschaft senden, ohne dass diese überprüft worden sei. Diese Möglichkeit bezeichnete Gerster als die „fünfte Gewalt“, machte allerdings auch deutlich, dass diese nur schwer zu fassen sei, da sie von Millionen von Einzelanwendern ausgeübt werden könne. Das Handy als zentrales Instrument dieser fünften Gewalt habe deshalb auch „Weltveränderungspotenzial“.

Besonders zu spüren bekommen diese Zeitenwende die traditionellen Medien. Während die Medienhäuser früher mit „Eimern voller Geld" überschüttet worden seien, werde dieses Geld mittlerweile von Internet-Konzernen wie Facebook und Google verdient. Durch den Wegfall von Werbeanzeigen fehle es in den Verlagen allerdings zunehmend an Geld für Personal – und damit auch für die Recherche. „Die Qualität leidet", sagte Gerster. „Wenn aber der kritische, seriöse Journalismus stirbt, stirbt auch die Demokratie."

Petra Gerster brach in ihrem Vortrag deshalb eine Lanze für die alten, klassischen Medien und die dazu gehörenden regionalen Tageszeitungen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. „Auf Nachrichten in seriösen Medien ist Verlass, denn bei Zeitungen, Fernsehen und Co. arbeiten gut ausgebildete Menschen nach professionellen Regeln, die transparent sind. Hier werden Quellen überprüft, ob sie zuverlässig sind“, sagte Gerster. Zum Ende ihres Vortrags rief sie zudem die 1.400 Gäste auf, zur Europawahl zu gehen, um rechten Tendenzen in der Gesellschaft nicht das Feld zu überlassen.