Richtiges Employer Branding für eine multitaskingfähige Generation

Volksbank, BVMW und InnoZent OWL luden zu spannenden Vorträgen ein

Dr. Friedrich Keine von der VerbundVolksbank OWL (3.v.r), Michael Kemkes vom InnoZent OWL (2.v.r) und Udo Wiemann vom BVMW (r.) begrüßten die Referenten Petra Spier von Spier Kompetenzmanagement aus Steinheim (v.l.), Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt, PFH von der Private Hochschule Göttingen, und Mirco Welsing, Geschäftsführer der TMC GmbH – The Marketing Company Paderborn.

Paderborn. „Arbeitswelt 4.0 – wo sind die Mitarbeiter?“ – unter diesem Titel luden die VerbundVolksbank OWL, der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und InnoZent OWL, das InnovationsZentrum für Internettechnologie und Multimediakompetenz Ostwestfalen-Lippe, jetzt ins Forum der Volksbank in Paderborn ein. Drei spannende Vorträge erwarteten die rund 80 Besucherinnen und Besucher.

Mirco Welsing, Geschäftsführer der TMC GmbH – The Marketing Company aus Paderborn, führte zunächst in das Thema Employer Branding ein. Anhand von zwei Unternehmensbeispielen stellte er die zunehmende Bedeutung von Bewertungsportalen für Arbeitgeber heraus und erläuterte anhand von zehn Thesen, wie Unternehmen das Thema Employer Branding richtig nutzen. Denn Fakt ist: „Unternehmen mit einer positiven Arbeitgebermarke erhalten doppelt so viele Bewerbungen wie Unternehmen mit einer negativen Arbeitgebermarke“, weiß Mirco Welsing zu berichten. „Und 50 Prozent aller Kandidaten würden nicht bei einem Unternehmen mit schlechtem Ruf arbeiten, auch wenn das Gehalt dort höher ist.“

Petra Spier von Spier Kompetenzmanagement widmete sich in der Folge den Mitarbeitern ab 50 Jahren und warb dafür, auch diesen eine Chance zu geben. Grundsätzlich, so Spier, schränke das Alter nämlich nicht die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter ein – ein Ergebnis, das durch viele Studien belegt sei. Sie ermutigte die Zuhörer, sich in ihren Unternehmen mit einer Altersstrukturanalyse auseinanderzusetzen und altersgerechte Laufbahnplanungen zu entwickeln.

Mit völlig neuen Begriffen der Generation Z (Jahrgänge 1994-2010) konfrontierte Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt von der PFH Private Hochschule Göttingen das Publikum. Etwa „FoMO“, was „Fear of missing out“ bedeutet, also die Angst, etwas zu verpassen. Oder „Nomophobia“, die Angst, das Smartphone zu verlieren. Der Jugendforscher Prof. Dr. Klaus Hurrelmann identifiziert in diesem Zusammenhang etwa ein neues Stärke-Schwäche-Profil für die Arbeitnehmer von morgen. „Wir bekommen eine hochsensible junge Generation, die alles blitzschnell aufnimmt und erfasst und enorm multitaskingfähig ist“, sagt er, „dann aber auch nicht mehr so konzentriert ist, sich schnell ablenken lässt und ein kurzes Durchhaltevermögen besitzt.“ Die Generation Z suche sinnstiftende Tätigkeiten, stelle das Privatleben vor das Arbeitsleben und schätze eine kollegiale Atmosphäre sowie flache Hierarchien. Diese neuen Werte sollten Unternehmen bei ihren Personalaktivitäten berücksichtigen, meint Antje-Britta Mörstedt.

05. Juni 2018