Vom Vorschußverein zur VerbundVolksbank

Volksbank Minden

Die Geschichte der Volksbank Minden beginnt am 9. Oktober 1897. An diesem Tag gründeten 21 Mindener Bürger den „Mindener Vorschußverein eGmbH“. Hierbei handelte es sich vornehmlich um selbstständige Handwerksmeister, Initiator war der Klempnermeister Gerhard Waag. Er griff damit die Gedanken und Ideen von Hermann Schulze-Delitzsch auf, der – ähnlich wie Friedrich-Wilhelm Raiffeisen im Bereich der Landwirtschaft – die damals herrschende Not unter Handwerkern und Kleinhändlern mit pragmatischen Mitteln zu bekämpfen versuchte.

In einigen Dörfern rings um Minden waren schon Spar- und Darlehnskassen aus ähnlichen Überlegungen heraus gegründet worden. Diese Spar- und Darlehnskassen sollten vornehmlich die Landwirtschaft und die ländliche Bevölkerung unterstützen.

Bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sich der „Vorschußverein“ recht günstig. Für das erste volle Geschäftsjahr 1898 konnte eine Dividende von vier Prozent gezahlt werden. Im Juni 1917 wurde ein neuer Name angenommen: „Gewerbebank Minden eGmbH“. Mit dieser Namensänderung wollte man die gewerbliche Ausrichtung auch im Firmennamen dokumentieren.

Im Jahre 1942 wurde schließlich der Name „Volksbank“ angenommen. Der Zusatz „eGmbH“ (eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht) wurde aber erst viele Jahre später in den heute gültigen Zusatz „eG“ (eingetragene Genossenschaft) geändert. 1943 fusionierte die Volksbank mit der 1923 gegründeten Beamtenbank.

Entwicklung und Standorte

Die ersten Geschäftsräume der Bank befanden sich im Haus Brüderstraße 19, danach für einige Jahre am Marienwall Nr. 5. Schon 1921 konnte man das ehemalige Reichsbankgebäude an der Poststraße erwerben, in dem die „Volksbank Minden eG“ auch heute noch ihren Sitz hat. Im Februar 1955 wurde der erste größere Umbau des Bankgebäudes an der Poststraße 4 abgeschlossen.

Um den gestiegenen Anforderungen gerecht werden zu können, folgten bereits in den 1960er Jahren weitere Umbaumaßnahmen am Bankgebäude. So entstanden weitere Besprechungszimmer und je ein Raum für die Buchhaltung und für das Archiv. 1963 wurde das Nebengebäude Poststraße 6 abgerissen. Auf der frei gewordenen Fläche baute die Volksbank einen Parkplatz. Zwei Jahre später war die Volksbank Minden eines der ersten westfälischen Kreditinstitute, das seine Kassierer mit schusssicherem Panzerglas vor eventuellen Überfällen schützte.

Die Umbaumaßnahmen am Hauptstellengebäude wurden Anfang der 1970er Jahre fortgesetzt. Zunächst wurde die Schalterhalle durch einen Anbau auf 500 Quadratmetern erweitert. Ein Jahr später folgte die Sanierung der Außenfassade des zu diesem Zeitpunkt 100-jährigen, klassizistischen Gebäudes.

Die erste Zweigstelle am Hohenstaufenring wurde 1972 eröffnet. Auf einer Fläche von 56 Quadratmeter bot die Volksbank Minden dort „Service rund ums Geld“, bis die Zweigstelle 1996 schließlich an die Kuhlenstraße/Ecke Luisenstraße verlegt wurde. Am 19. Mai 1976 wurde der Grundstein für den Neubau der Zweigstelle Dützen gelegt. Eröffnung war am 24. Juni 1977.
In dieser Dekade begann für die Volksbank Minden zudem das Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung. Die eigene maschinelle Buchführung wurde abgelöst durch den Anschluss an die gemeinsame Datenverarbeitungsgesellschaft, an der alle Genossenschaftsbanken in Westfalen und Lippe beteiligt waren.

In der Nacht zum 1. Juni 1981 brach im Gebäude an der Poststraße ein Feuer aus. Das Dach wurde hierbei völlig zerstört. Dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr konnte weiterer Schaden am unter Denkmalschutz stehenden Gebäude vermieden werden.
1985 legte die Volksbank einen weiteren Grundstein für die zukünftige Entwicklung, das „Banken Online Service System“ (BOSS) wurde eingeführt. Die Bank war in der Folge 24 Stunden am Tag mit dem Zentralrechner in Münster verbunden. Alle Buchungsvorgänge wurden sofort auf dem jeweiligen Konto verbucht. BOSS schaffte die Voraussetzung für das Zeitalter der Kundenselbstbedienung. 1987 installierte die Volksbank Minden den ersten Geldautomat und den ersten Kontoauszugsdrucker in der Hauptstelle.

Im selben Jahr begrüßte Bankdirektor Ralf Knappe das Mitglied mit der Mitgliedsnummer 10.000. In dieser Zeit wurden weitere Zweigstellen eröffnet. Die Bank unterhielt fünf Zweigstellen im Stadtgebiet von Minden.

Im März 1989 stimmte die Vertreterversammlung der Volksbank Minden einstimmig der Fusion mit der Volksbank Hahlen zu.

2010 fusionierte die Volksbank Minden eG mit der Volksbank Eisbergen eG, wodurch die Volksbank Minden erstmals das Geschäftsgebiet über den klassischen Bereich der Stadt Minden hinaus erweiterte. Anfang 2017 schließlich fusionierten die Volksbank Minden eG und die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold eG. Es entstand die VerbundVolksbank OWL eG mit den Zweigniederlassungen „Volksbank Paderborn“, „Volksbank Höxter“, „Volksbank Detmold“, „Volksbank Minden“ und „Bankverein Werther“.