„Der Kapitalmarkt ist der stärkste Hebel“
Carola Ferstl erläutert auf Einladung der VerbundVolksbank OWL eG die Reform der privaten Altersvorsorge
Finanzexpertin Carola Ferstl mit Thorsten Wolff (links), Vorstandsmitglied der VerbundVolksbank OWL eG, und Andreas Decker, Bereichsleiter Vertriebssteuerung, im Sendestudio der Genossenschaftsbank in Paderborn.
Paderborn. „Selten hat mich eine Reform so überzeugt wie diese.“ So bewertet Carola Ferstl die anstehende Modernisierung der privaten Altersvorsorge. Für die VerbundVolksbank OWL eG hat die bekannte n-tv-Moderatorin und Finanzexpertin in einer digitalen Informationsveranstaltung eingeordnet, welche Chancen sich dadurch ergeben. Sie sprach von einer „Rentenrevolution“.
Das Interesse war groß, mehr als 500 Zuschauer verfolgten die Live-Übertragung aus dem Sendestudio der genossenschaftlichen Regionalbank. In seiner Begrüßung betonte Thorsten Wolff, Vorstandsmitglied der VerbundVolksbank OWL eG: „Aus unserer Sicht ist die Rentenreform genau der richtige Schritt. Wer langfristig Vermögen aufbauen und Kaufkraft sichern will, kommt an den Kapitalmärkten nicht vorbei. Die neue private Altersvorsorge schafft eine neue Flexibilität und öffnet Türen für gute Renditechancen.“
Carola Ferstl ging in ihrem Vortrag auf den demografischen Wandel ein, der das gesetzliche Rentensystem vor eine einfache Rechnung stelle: Immer weniger Beitragszahler müssten immer mehr Rentner finanzieren. Der Kapitalmarkt sei deshalb „der stärkste Hebel“, um für das Alter vorzusorgen. Als Gründe nannte sie zum Beispiel den Zinseszinseffekt und den Renditevorsprung, den Aktien und breit gestreute Fonds bieten.
Wie ein Vermögensaufbau ohne starre Garantien, mit einer breiten Streuung des Kapitals und einem langen Zeithorizont gelingen kann, erläuterte Ferstl anhand zweier „internationaler Vorbilder“. Während Norwegen sehr erfolgreich über einen großen, staatlich verwalteten Fonds die gesamte Gesellschaft absichere, setzten die USA auf Eigenverantwortung in Kombination mit staatlichen Anreizen. Dieser individuelle Weg sei die „Blaupause“ für das deutsche Modell, so Ferstl.
Detailliert erklärte die Börsenexpertin den Zuschauern, welche Varianten das neue Altersvorsorgedepot beinhaltet, das am 1. Januar 2027 startet. Unter anderem sprach sie die Kursschwankungen an den Kapitalmärkten und die sogenannte Lebenszyklus-Strategie an, mit der ein schrittweiser, automatischer Risikoabbau in den letzten rund zehn Jahren vor Rentenbeginn möglich sei. Auch die staatliche Förderung von maximal 540 Euro pro Jahr und pro Vertrag und die späteren Auszahlungsmodelle erläuterte sie.
Oft, so Carola Ferstl, werde sie gefragt, was die Reform für bestehende Riester-Verträge bedeute. Hier empfahl sie, nicht voreilig zu kündigen. Besser sollten die Verbraucher in Ruhe prüfen, ob ein Wechsel ins Altersvorsorgedepot sinnvoll ist. „Das Wechselrecht ist gesichert“, betonte sie. Ihr Fazit verknüpfte sie mit einem Rat an die Zuschauer: „Der wichtigste Verbündete bei der Altersvorsorge ist die Zeit. Also fangen Sie früh an.“
Ergänzend zum Vortrag von Carola Ferstl ordnete Andreas Decker, Leiter Vertriebssteuerung der VerbundVolksbank OWL eG, aus Sicht der Bank die verschiedenen Handlungsoptionen für bisherige Riester-Kunden ein.
14. September 2026