„Haus Föckeler“ in Brilon wechselt den Eigentümer
VerbundVolksbank OWL eG verkauft Gebäudeensemble an Matthias und Vanessa Kappe
(v.l.) Marcus Bange, Bürgermeister Christoph Bartsch, Matthias Kappe, Vanessa Kappe, Alfons Meyer, Gebäudemanagement der VerbundVolksbank OWL eG, und Thorsten Wolff, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der VerbundVolksbank OWL eG.
Brilon. Das „Haus Föckeler“ ist ein Stück Briloner Stadtgeschichte. Das unter diesem Namen bekannte, denkmalgeschützte Gebäudeensemble, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum BeratungsCenter der Volksbank Brilon, Zweigniederlassung der VerbundVolksbank OWL eG, in der Briloner Innenstadt befindet, hat nun den Eigentümer gewechselt. Matthias Kappe, Geschäftsführer der Kulinario Küchen GmbH in Brilon, hat das historische Anwesen gemeinsam mit seiner Frau Vanessa Kappe, Mitinhaberin des Architekturbüros Fastabend in Brilon-Madfeld, von der VerbundVolksbank OWL eG erworben.
Ihr Ziel ist es, die historische Bausubstanz zu bewahren und das Ensemble durch eine behutsame Sanierung einer neuen Nutzung zuzuführen. Matthias Kappe bezeichnet sich selbst als „Briloner Junge“. Dass ihm seine Heimat und deren Geschichte sehr am Herzen liegen, zeigt sich neben seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten in verschiedenen Vereinen auch in seinem Interesse an historischen Briloner Gebäuden. Spätestens seit der Sanierung der Michels Mühle im Briloner Aatal ist dieses Engagement öffentlich bekannt. Über mehrere Jahre hinweg wurden die beiden Gebäude mit viel Liebe zum Detail saniert und zu Ferienwohnungen umgebaut.
Mit dem Haus Föckeler wartet nun ein weiteres anspruchsvolles Projekt auf die Familie. „Wir freuen uns sehr, das zweitälteste Wohnhaus Brilons und die angrenzende ehemalige Tischlerei übernehmen zu dürfen. Wir möchten die Gebäude liebevoll sanieren und für Brilon erhalten“, erklärt Matthias Kappe. Die Gespräche mit der VerbundVolksbank OWL eG seien von Anfang an sehr gut und vertrauensvoll verlaufen. Auch mit der Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und der Stadt Brilon stehe die Familie im engen, konstruktiven Austausch. Sobald alle denkmalrechtlichen Rahmenbedingungen geklärt sind, soll zeitnah mit dem Umbau begonnen werden. Geplant ist, neuen Wohnraum sowie Büroflächen zu schaffen.
Das Gebäudeensemble mit dem 1625 erbauten Haus Föckeler war 2020 von der damaligen Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten eG, der heutigen VerbundVolksbank OWL eG, gekauft worden. Etwa ein Jahr später mussten aufgrund eines erheblichen Wasserschadens zwei Gebäudeteile abgerissen werden. In den Folgejahren investierte die Bank eine sechsstellige Summe in umfangreiche Instandhaltungsmaßnahmen, um das verbliebene frühere Wohnhaus, die 1925 erbaute Tischlerei und die historische Substanz, insbesondere die Fassaden und Dächer, abzusichern und zu erhalten sowie das Grundstück optisch aufzuwerten.
„Wir haben viel Zeit und Leidenschaft in den Planungsprozess zur weiteren Objektentwicklung gesteckt. Dieser hat sich allerdings als äußerst komplex und herausfordernd erwiesen, insbesondere bezüglich der Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit künftiger Nutzungsoptionen für das Haus Föckeler“, betont Thorsten Wolff, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der VerbundVolksbank OWL eG, und ergänzt: „Die Alternative eines Verkaufs kam für uns nur in Frage, wenn sichergestellt ist, dass das Haus in Briloner Händen bleibt und ein emotionaler Bezug des Käufers zur Stadt und zur Immobilie gegeben ist. Genau aus diesem Grund sind wir sehr froh, dass sich der Kontakt zur Familie Kappe ergeben hat, die tief mit ihrer Heimat Brilon verbunden ist und das historische Erbe zu schätzen weiß. Wir sind sicher, die Gebäude in gute Hände zu geben.“
Dass die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude mit besonderen Herausforderungen verbunden ist, weiß gerade Vanessa Kappe. „Das ist für uns nichts Neues“, erklärt sie, „aber gerade aus Herausforderungen entstehen immer wieder neue Chancen. Wir möchten gemeinsam die Identität dieses Ortes für die nächsten Generationen bewahren. Jeder Balken, jeder Stein erzählt eine Geschichte. Unsere Aufgabe ist es, einen guten Kompromiss zwischen moderner Nutzung und der Verantwortung gegenüber der historischen Bausubstanz zu finden.“
Die denkmalgerechte Planung erfordert dabei besondere Sorgfalt. Zu den bevorstehenden baulichen Maßnahmen steht die Familie bereits im engen Austausch mit Dr. Bettina Heine-Hippler von der Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und Kathrin Figge von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Brilon. Ziel ist es, die notwendigen Anforderungen des Denkmalschutzes mit einem zukunftsfähigen Nutzungskonzept sowie Herz und Verstand in Einklang zu bringen.
Auch bei der Stadt Brilon herrscht Zuversicht, dass mit dem Umbau des geschichtsträchtigen Gebäudeensembles ein wichtiger Impuls für die Belebung der Innenstadt gegeben wird. „Wir sind der Volksbank sehr dankbar für ihr Engagement bei der Instandhaltung des Gebäudeensembles und für ihr großes Interesse an einer zukunftsfähigen Lösung aus Brilon und für Brilon. Das Haus Föckeler prägt seit Generationen das Gesicht unserer Stadt. Es freut mich, dass mit einer neuen Nutzung bald wieder Leben in das Haus einkehrt. Das ist ein wichtiger Impuls für die Stadtentwicklung“, freut sich Bürgermeister Dr. Christof Bartsch.
20. Oktober 2026